Wallner und Killinger bei Siegerehrung in Oberwiesenthal

Beim sechsten Lauf des DSV-JOKA Deutschland-Pokal Biathlon der Saison 25/26 am vergangenen Wochenende in der Sparkassen-Arena Oberwiesenthal zeigten die Grafenauer Nachwuchsbiathletinnen Antonia Wallner und Johanna Killinger starke Leistungen unter teils extremen Wetterbedingungen. Auf dem Programm standen ein Sprint über 7,5 Kilometer mit jeweils einer Schießeinlage liegend und stehend sowie eine Verfolgung über 10 Kilometer mit zwei Liegend- und zwei Stehendschießen.
Aufgrund der schlechten Wetterprognose auf der 1100 m über dem Meersspiegel hoch liegenden Sparkassen Arena am sächsischen Erzgebirgskamm für Sonntag, entschieden die Verantwortlichen des Deutschen Skiverbandes in Absprache mit dem Veranstalter, den Sprint kurzfristig auf Freitagnachmittag vorzuverlegen. Ziel war es, faire und reguläre Wettkampfbedingungen zu gewährleisten. Großes Lob ging an den Veranstalter WSC Erzgebirge Oberwiesenthal für die Flexibilität des Organisationsteams und der Helfer!
Nach dem offiziellen Training präsentierte sich die Arena am Freitag Nachmittag bei Sonnenschein, Windstille, Pulverschnee und Temperaturen von minus sechs Grad in Bestform – perfekte Voraussetzungen für hochklassige Biathlonwettkämpfe.
In der Jugend II (AK 18/19) gingen mit Antonia Wallner und Johanna Killinger zwei Athletinnen des WSV Grafenau an den Start, die in der Trainingsgruppe Probiathlon Nordisch Bayerischer Wald unter Jürgen und Maxi Wallner trainieren.
Antonia Wallner zeigte im Sprint einen couragierten Wettkampf. Nach dem Liegendschießen reihte sie sich in der Spitze ein. Beim stehenden Anschlag unterliefen ihr jedoch zwei Fehler, dennoch konnte sie dank einer sehr starken Laufleistung den hervorragenden zweiten Platz sichern. Den Sieg holte sich Johanna Ostermaier vom WSV Aschau mit einem Schießfehler, Rang drei ging an Nina Wenzel vom Bundesstützpunkt Oberhof.
Johanna Killinger belegte mit gesamt drei Schießfehlern Rang elf und verpasste mit nur drei Sekunden Rückstand auf Platz zehn denkbar knapp eine TopTen-Platzierung.
Das Verfolgungsrennen wurde am Samstag bei deutlich schwierigeren Bedingungen ausgetragen. Sturmböen, Schneefall und Nebel, teils bereits beim Anschießen, verlangten den Starterinnen körperlich und mental viel ab.








Antonia Wallner nahm das Rennen mit 25 Sekunden Rückstand aus dem Vortag auf die erstplatzierte des Sprints Johanna Ostermaier auf. Mit einer starken Laufleistung und nur einem Fehler beim ersten Liegendschießen arbeitete sie sich rasch nach vorne und übernahm zwischenzeitlich die Führung. Auch nach dem zweiten Schießen behauptete sie ihre Spitzenposition. Beim ersten Stehendschießen hatte sie jedoch Pech mit starken Windböen und musste vier Strafrunden absolvieren. Auch Johanna Ostermaier musste bei diesen schwierigen Bedingungen mehrere Schießfehler hinnehmen. Glück bei den stehenden Anschlägen hatte hingegen die Ulmerin Hannah Beck, die vergleichsweise gute Bedingungen am Schießstand vorfand und diese nutzte, um sich dadurch entscheidend nach vorne zu arbeiten. Sie sicherte sich am Ende den Sieg. Zweite wurde die Kirchzartnerin Annika Lüdeke, während Antonia Wallner mit großem Kampfgeist und sehr starker Leistung in der Spur Rang drei bis ins Ziel verteidigte.
Auch Johanna Killinger zeigte eine beeindruckende Aufholjagd. Mit einer Schießbilanz von 3-3-3-1 und einer sehr guten Laufleistung kämpfte sie sich von Platz elf auf den starken fünften Rang vor. Damit standen gleich zwei Athletinnen des WSV Grafenau bei der Siegerehrung in der Sparkassen-Arena unter den besten sechs, ein tolles Ergebnis für den WSV Grafenau!
Beide Sportlerinnen besuchen neben dem Trainingspensum die 12. Klasse des Landgraf-Leuchtenberg-Gymnasiums in Grafenau. „Es ist besonders hervorzuheben, wie die beiden Mädels den Leistungssport mit ihrer schulischen Ausbildung vereinen. Heimatnah absolvieren sie ihre Schullaufbahn und rufen gleichzeitig Spitzenresultate im Deutschlandpokal und Alpencup ab. Parallel dazu bewältigen sie mit großer Disziplin ihr zeitintensives Trainingsprogramm“, so Trainer Jürgen Wallner.
Die Trainingspläne für die Pro Bayerwald Biathleten erstellt Maxi Wallner. Mit viel Individualismus und Feingefühl – auch unter Berücksichtigung schulischer Belastungen – gelingt es ihm, die Athletinnen optimal vorzubereiten und kontinuierlich weiterzuentwickeln.
WSV Sportwart Jürgen Wallner zeigte sich entsprechend stolz auf seine Schützlinge. Die konsequente Arbeit im Verein sowie in der Trainingsgruppe Probiathlon Bayerischer Wald trage deutlich Früchte. Zwei Podestplatzierungen und ein Top 5 Ergebnis beim Deutschlandpokal, sei ein starkes Zeichen für die nachhaltige Nachwuchsarbeit beim WSV Grafenau.
